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Herbst im Garten

Weichenstellung für das nächste Gartenjahr

Laub aufharken, Stauden ausputzen, Technik einmotten –
und dann die Terrassentür bis zum kommenden Frühjahr zusperren?
Auf keinen Fall! Aus Profiperspektive ist die Gartensaison
noch längst nicht vorbei.

 "Nach der Saison ist vor der Saison" - so lautet ein Mantra der Gartengestaltung. Denn auch wenn die Arbeit an Rasen, Hecke und Beeten allmählich in die Winterpause geht, doch sollte das nicht heißen, dass man sich körperlich und gedanklich für das Winterhalbjahr aus dem Garten abmeldet. Denn jetzt passiert vor allem eines: Die Weichenstellung für die nächste Gartensaison!

Planung ist angesagt: Wenn sich der Garten, auf seinen Kern reduziert, ohne Ablenkung von Laub und bunten Blüten zeigt, wird Optimierungspotential sichtbar: Lücken in der Bepflanzung werden deutlich und kahle Gehölze offenbaren mangelhaften Wuchs oder eine ungünstige Pflanzenauswahl. Und was ist mit grundsätzlichen Veränderungen? Soll vielleicht ein neuer Sitzplatz in einer gemütlichen Ecke entstehen? Eine Feuerschale? Ein Teich? Muss ein Gartenhaus her? Eine Begehung des herbstlichen Gartens - am besten in fachkundiger Begleitung - ist schon die halbe Miete für einen schöneren Garten im nächsten Jahr. Denn für die Ausarbeitung eines Plans ist in den stillen Monaten viel Zeit und Muße.

Aber im Herbst ist nicht nur Theorie gefragt: Anders als viele Hobbygärtner legt der Profi Pflanzungen am liebsten ab Oktober an. Solange es nicht friert, ist der Herbst die beste Pflanzzeit für Gehölze, größere Sträucher und Heckenpflanzen. Der Herbst ist die Zeit für Ballenware, also die Pflanzen, die in der Baumschule im Erdreich gewachsen sind und für den Verkauf dann ausgepflanzt wurden. Deren Wurzelwerk ist feiner verästelt als das von Pflanzen, die im Topf gezogen wurden und kann die Pflanze besser mit Nährstoffen versorgen - die Qualität ist also besser.

Zum anderen geht es um den Zeitgewinn, den eine Pflanzung außerhalb der eigentlichen Gartensaison für Pflanze und Gartenbesitzer bringt: Wer im Herbst pflanzt, gibt den Pflanzen schon ein paar Monate Zeit, sich zu akklimatisieren und schon einmal einzuwurzeln, bevor die eigentliche Vegetationsperiode mit Blattaustrieb, Blüten- und Fruchtbildung losgeht. Die fallen dann meist schon in der ersten Saison üppig aus, weil die Pflanze Zeit genug hatte, sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen.

Wer im Herbst beim Blick in den Garten nur an braune Trostlosigkeit denkt, wird sich wundern: Das richtige Pflanzkonzept sorgt gerade in der stillen Jahreszeit für attraktive Stimmungsbilder im Herbst- und Wintergarten. So folgt auf spektakuläre Herbstfärbung wie z.B. beim Amberbaum oder der Goldulme bunte Fruchtvielfalt mit Beeren, Obst und Nüssen. Im Anschluss übernehmen Immergrüne, Spätblüher und Gräser, die von Raureif überzogen zu besonderen Winterschönheiten werden.

Natürlich ist der Herbst auch die ideale Zeit, schon für ein farbenfrohen Start ins Frühjahr zu sorgen: Wer mit Schneeglöckchen, Tulpen und Narzissen das Gartenjahr einläuten möchte, muss jetzt Zwiebeln pflanzen! Auch dabei sollte man nicht wahllos vorgehen. Ein Pflanzenexperte berät Sie am besten zu ein- und mehrjährigen Zwiebelpflanzen und hilft Ihnen, keine kunterbuntes Durcheinander, sondern harmonische Farb- und Wuchskombinationen in die Tat umzusetzen.