
Von NRW nach Nürnberg:
Was Spitzenleistung im GaLaBau wirklich ausmacht
Zwei unserer jungen Landschaftsgärtner traten beim Bundelsfinale an, unser Team besucht die wichtigste Fachmesse der Branche und überall geht es um dieselbe Frage: Was braucht es eigentlich, um richtig gute Gärten zu bauen?
Vier mal vier Meter. 15 Stunden Zeit. Naturstein, Klinker, Holz, Pflanzen und ein Birnbaum. Dazu ein genauer Plan, eine Jury und zehn weitere Teams, die ebenfalls zu den besten Nachwuchs-Landschaftsgärtnern Deutschlands gehören.
Für Leon Keller und Marvin Mühlhoff waren der 16. und 17. September 2026 zwei ziemlich besondere Arbeitstage. Nachdem die beiden im Mai den Landschaftsgärtner-Cup NRW gewonnen und sich dabei gegen 130 Teams aus ganz Nordrhein-Westfalen durchgesetzt hatten, durften sie ihr Bundesland nun beim bundesweiten Landschaftsgärtner-Cup auf der GaLaBau in Nürnberg vertreten. Dort traten elf Landessieger-Teams gegeneinander an. Und auch wenn es dieses Mal nicht für den Platz auf dem Podium gereicht hat: Wer als eines von elf Teams beim Bundesentscheid steht, gehört zu den besten Nachwuchskräften im deutschen Garten- und Landschaftsbau. Das macht uns richtig stolz. Aber dieser Wettbewerb zeigt noch etwas anderes sehr deutlich. Er zeigt, wie viel Können eigentlich in einem Garten steckt.

Mehr als nur Pflanzen und Pflaster
Wer einen fertig gestalteten Garten betrachtet, sieht zunächst das Ergebnis: eine schöne Terrasse, eine Natursteinmauer, einen Pool, üppige Stauden, vielleicht eine stimmungsvolle Beleuchtung. Was man später kaum noch sieht, sind all die Entscheidungen, Überlegungen, Berechnungen und Arbeitsschritte, die notwendig waren, damit genau dieses Ergebnis entstehen konnte.
Beim Landschaftsgärtner-Cup wird dieses Wissen auf gerade einmal 16 Quadratmetern sichtbar. Die Wettbewerbsaufgabe in Nürnberg war ein sogenannter „Tiny Garden“. Die Teams mussten unter anderem eine Sitzmauer aus Jura-Kalkstein errichten, eine Klinkerterrasse herstellen, Holz bearbeiten, einen großen Birnbaum integrieren und eine standortgerechte Pflanzung zusammenstellen. Dafür brauchten sie neben handwerklichem Können auch Pflanzenkenntnisse, gestalterisches Gespür, exaktes Arbeiten, Zeitmanagment und eine gute Aufgabenverteilung und Kommunikation im Team. All das kennen wir auch aus unserem Arbeitsalltag, nur dass unsere Gärten in aller Regel deutlich größer sind als vier mal vier Meter.
Gute Gärten entstehen durch viele unterschiedliche Kompetenzen
Der Beruf des Landschaftsgärtners ist enorm vielseitig. Und bei hochwertigen Gartenprojekten wird die Bandbreite noch größer. Naturstein wird anders verarbeitet als Betonstein. Eine anspruchsvolle Pflanzung verlangt anderes Wissen als der Bau einer Terrasse. Für einen Pool braucht es technisches Verständnis, von dem breiten und tiefen Know-How für verschiedene Filtertechnken bei Pools, Naturpools oder Schwimmteichen ganzu zu schweigen. Bei einer automatischen Bewässerungsanlage müssen Pflanzenbedarf, Wasserdruck, Leitungsverlauf und Steuerung zusammengedacht werden. Eine Gartenbeleuchtung soll nicht nur funktionieren, sondern Atmosphäre schaffen. Und das sind nur einige Beispiele für die verschiedenen Fachbereiche und Facetten unseres Berufs.
Aus diesem Grund ist es für uns auch entscheidend, unterschiedliche Stärken und Fachkenntnisse im Team zu haben und sie miteinander zu verbinden. Wir beschäftigen gut ausgebildete Fachkräte mit verschiedenen Schwerpunkten und Erfahrungen. Dazu kommen Meister, Team- und Bauleitung sowie Kolleginnen und Kollegen, die sich intensiv mit einzelnen Bereichen wie Bautechnik, Vegetationstechnik, Pflege, Pooltechnik, Bewässerung oder anderen Spezialgebieten beschäftigen.
Nicht jeder muss alls gleich gut können. Viel wichtiger ist, dass wir als Team wissen, wer was besonders gut kann und wann welches Fachwissen gebraucht wird. Leon und Marvin sind dafür übrigens ein schönes Beispiel. Schon während ihrer Ausbildung wurde deutlich, dass ihre Interessen unterschiedlich liegen. Während Leon besonders in der Bautechnik aufgeht, liegt Marvins Stärke schwerpunktmäßig in der Vegetationstechnik. Beim Cup haben sich genau diese unterschiedlichen Fähigkeiten hervorragend ergänzt.
Fachwissen hört mit der Ausbildung nicht auf
Ein gute Berufsausbildung ist für uns wichtig. Sie ist aber nur der Anfang. Die grüne Branche entwickelt sich ständig weiter. Neue Materialien kommen auf den Markt, Maschinen verändern sich, digitale Technik hält Einzug auf Baustellen, Bewässerungssysteme werden intelligenter und auch die Anforderungen an Pflanzen verändern sich. Hitzeperioden, Starkregen und längere Trockenphasen beeinflussen beispielsweise längst die Frage, wie Gärten geplant und gebaut werden sollten.
Daher war nicht nur die Teilnahme unserer Jungs am Landschaftsgärtner-Cup für uns ein Grund, nach Nürnberg zu fahren. Mit rund 1.100 Ausstellern und knapp 68.000 Fachbesuchern aus mehr als 90 Ländern war die GaLaBau 2026 wieder einer der wichtigsten Treffpunkte unserer Branche. Themen wie Klimaanpassung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Fachkräftesicherung standen in diesem Jahr besonders im Mittelpunkt. Der Messebesuch ist für uns deshalb nicht einfach ein Tag außerhalb des Betriebs. Wir schauen uns neue Produkte und technische Entwicklungen an, sprechen mit Lieferanten und Geschäftspartnern, treffen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Garten- und Landschaftsbaubetrieben und tauschen Erfahrungen aus.
Als Mitglied der Gärtner von Eden gehört dieser Austausch für uns ohnehin fest dazu. Denn Fachwissen entwickelt sich nicht dadurch weiter, dass man seit 20 Jahren dasselbe macht. Es entwickelt sich, wenn Erfahrung und Neugier zusammenkommen.
Muss jeder im Team Experte für alles sein?
Ganz klar: nein. Im Gegenteil! Je komplexer ein Gartenprojekt wird, desto wichtiger wird Spezialisierung. Ein moderner Privatgarten kann heute Naturstein- und Pflasterarbeiten, Holzbau, Treppen und Mauern, anspruchsvolle Pflanzungen, Rasenflächen, Pooltechnik, automatische Bewässerung, Entwässerung und Beleuchtung miteinander verbinden.
Hinzu kommen Planung, Kalkulation, Materialbeschaffung, Baustellenorganisation und die Koordination der einzelnen Arbeitsschritte. Für einen Kunden soll daraus am Ende ein Garten entstehen, der nicht nur schön ist, sondern auch zum Lebensraum wird. Unsere Aufgabe im Hintergrund ist es, dafür zu sorgen, dass aus vielen unterschiedlichen Gewerken und Kompetenzen ein stimmiges Ganzes wird. Darin liegt für uns ein großer Teil unseres Leistungsversprechens an unsere Kunden.
Und was hat ein Wettbewerb in Nürnberg damit zu tun?
Natürlich bildet ein Berufswettbewerb nicht unseren normalen Baustellenalltag ab. In der Regel baut niemand einen Garten unter den Augen einer Jury und mit laufender Stoppuhr. Aber er verdichtet vieles, was unseren Beruf ausmacht. Man muss einen Plan verstehen, Entscheidungen treffen, sauber arbeiten, Probleme lösen, Zeit im Blick behalten und sich auf seinen Teampartner verlassen können. Gleichzeitig müssen unterschiedlichste Materialien und Pflanzen am Ende ein passendes und fachlich korrekt ausgeführtes Gesamtwerk ergeben.
Im Bundesfinale 2026 gewannen Jan Ole Barth und Niklas von der Brehling aus Niedersachsen-Bremen den Deutschen Meistertitel. Platz zwei ging nach Sachsen und Platz drei an das Team des Fachverbands Nord. Leon und Marvin nehmen keinen Pokal aus Nürnberg mit nach Hause. Aber sie nehmen etwas mit, das genauso wichtig ist: die Erfahrung, sich mit den Besten ihres Berufs gemessen zu haben.
Und wir nehmen als Betrieb noch etwas anderes mit. Die Bestätigung, dass es sich lohnt, Menschen auszubilden, sie weiterzuentwickeln, ihnen Verantwortung zuzutrauen und gleichzeitig auch nach der Ausbildung immer weiter in Fachwissen zu investieren. Denn am Ende gilt für den Wettbewerb genauso wie für unsere Kundenprojekte: ein richtig guter Garten entsteht nicht zufällig. Er entsteht durch Menschen, die wissen, was sie tun, ihre unterschiedlichen Stärken einbringen und gemeinsam etwas daraus machen.

5 Fragen an unsere Garten-Experten:
Welche Fähigkeiten braucht ein guter Landschaftsgärtner?
Neben handwerklichem Geschick braucht es Pflanzenwissen, technisches Verständnis, räumliches Denken und einen Blick für Gestaltung. Ebenso wichtig sind sorgfältiges Arbeiten, Lösungsorientierung und Teamfähigkeit.
Warum sind unterschiedliche Fachleute für einen Garten wichtig?
Weil moderner Gartenbau viele Fachbereiche miteinander verbindet. Pflanzung, Naturstein, Pool, Bewässerung oder Beleuchtung stellen jeweils andere Anforderungen. Gute Ergebnisse entstehen, wenn das passende Know-how an der richtigen Stelle eingesetzt wird.
Ist eine gute Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau ausreichend?
Sie schafft eine sehr wichtige Grundlage. Danach entwickeln sich Fachkräfte durch Baustellenerfahrung, Weiterbildung, Spezialisierung und den Austausch mit anderen Experten ständig weiter. Wir als Genossenschaftsbetrieb nutzen hierfür unter anderem das breite Netzwerk der Gärtner von Eden.
Was bringt der Besuch einer Fachmesse wie der GaLaBau?
Wir können neue Materialien, Maschinen und technische Entwicklungen direkt kennenlernen, mit Herstellern und Fachkollegen sprechen und beurteilen, welche Neuerungen für unsere tägliche Arbeit und unsere Kunden tatsächlich interessant sind.
Was haben unsere Kunden von einem breit aufgestellten Team?
Sie profitieren davon, dass unterschiedliche Fachfragen innerhalb eines Projektes kompetent gelöst und aufeinander abgestimmt werden können. So entsteht nicht nur ein schöner Garten, sondern ein Garten, der technisch und handwerklich langfristig funktioniert. Wir bauen Gärten auf Wunsch schlüsselfertig, sodass unsere Kunden keine verschiedenen Gewerke selbst koordinieren müssen.
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Gartenplan Esken & Hindrichs GmbH
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