
Wie gestaltet man Gärten für den Klimawandel?
Wir erleben immer häufiger extreme Wetterlagen, und die meisten bestehenden Gärten sind darauf nicht vorbereitet. Die Herausforderung liegt dabei in zwei gegensätzlichen Entwicklungen: Einerseits treten immer häufiger Starkregenereignisse auf, andererseits müssen Gärten lange Phasen mit Trockenheit und großer Hitze überstehen. Das hört sich nach einem unlösbaren Problem an. Doch mit fachkundiger Planung und einer klugen gärtnerischen Strategie lässt sich auch unter diesen Bedingungen ein vitaler, abwechslungsreicher und ästhetisch anspruchsvoller Garten gestalten und erhalten. Wir geben euch Tipps, wie man einen Garten fit macht für den Klimawandel.
Tipp 1: Klimaresistente Pflanzen
Eine professionelle Bodenvorbereitung ist die Grundlage jeder erfolgreichen Pflanzung. Verdichtete Böden müssen aufgelockert und sandige mit Humus angereichert werden, damit Regenwasser einerseits gut versickern, andererseits aber auch im Wurzelraum gespeichert werden kann.
Ebenso entscheidend ist die gezielte Auswahl der Pflanzen. Die Pflanzplanung ist durch die klimatischen Veränderungen komplexer geworden. Wir von Gartenplan Esken & Hindrichs setzen auf Arten und Sorten, die sowohl Trockenheit als auch zeitweise Nässe tolerieren. Tiefwurzelnde Gehölze wie Amberbaum, Gleditschie oder Schnurbaum zählen zu den Gewinnern des Klimawandels, während flachwurzelnde Bäume wie Birken oder Buchen künftig Schwierigkeiten haben werden.
Auch bei Stauden lohnt es sich, genauer hinzusehen: Klassiker wie Storchschnabel, Sedum, Aster oder Wolfsmilch erweisen sich als robust. Für trockenheitsliebende Pflanzungen eignen sich zudem Lavendel, Salbei oder Mexikonessel. Und wer den Reiz filigraner Gräser schätzt, findet im Chinaschilf, im Herbst-Kopfgras oder im mexikanischen Federgras langlebige Partner für den Garten.

Mittelbare Folge der Wetterextreme ist ein zunehmender Pilz- und Schädlingsbefall: Viel Feuchtigkeit begünstigt die Vermehrung von Pilzsporen, so dass Krankheiten wie Boden- und Blattpilze auf dem Vormarsch sind; auch die kürzer werdenden Kälteperioden tragen dazu bei: Es bleibt mehr Zeit, in der Schädlinge und Sporen sich vermehren können. Lange Trockenperioden schwächen die Pflanzen zusätzlich und machen sie anfälliger für Schädlingsbefall. Statt als Reaktion auf diese Entwicklung vermehrt zu chemischen Mitteln zu greifen, empfehlen wir, auf robuste Sorten zu setzen – ein Vorgehen, das allerdings viel Pflanzenwissen erfordert.
Tipp 2: Stauden statt Rasen

Für viele Menschen gehört ein gepflegter, grüner Rasen einfach zum Idealbild eines Gartens. Mit professioneller Pflege und optimaler Bewässerung – am besten durch ein automatisches Bewässerungssystem – ist so ein „grüner Teppich“ auch nach wie vor möglich. Langfristig wird man in Sachen Rasen allerdings umdenken müssen – und das gleich aus mehreren Gründen.
Optimale Bedingungen – eine gleichbleibende leichte Feuchtigkeit und auf keinen Fall Staunässe – dürfte es für den klassischen Rasen in Zukunft nur noch selten geben. Außerdem nehmen Niederschläge immer mehr ab, Wasser steht nicht mehr unbegrenzt zur Bewässerung des Rasens zur Verfügung. Wir erleben es jetzt schon: In einigen Regionen darf im Sommer schon nicht mehr im Garten gewässert werden. Wer sich nicht damit arrangieren kann, dass deshalb sein Rasen zukünftig im Sommer mehr braun als grün ist, sollte über andere Konzepte nachdenken.
Zum Glück gibt es ja die Alternative, über Pflanzungen mit trockenheitsverträglichen Stauden auch weiterhin lebendige Gartenbilder zu erschaffen. Außerdem sind Staudenpflanzungen per se ökologisch deutlich wertvoller als eine Rasenfläche, weil sie Insekten Nahrung und Pollen bieten und damit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.
Tipp 3: Versickerungsflächen
Um auf Starkregen vorbereitet zu sein, ist ein durchdachtes Wassermanagement entscheidend. Dafür muss auch in der Bautechnik neu gedacht werden. Wie viel Fläche im Garten ist tatsächlich versickerungsfähig? Je mehr, desto besser. Versiegelte Flächen wie Terrassen, Einfahrten oder Stellplätze sollten daher mit Bedacht geplant werden – sowohl in Größe als auch in Materialauswahl und Fugenanteil. Wohin und in welchen Mengen kann Oberflächenwasser abgeleitet werden? Häufig gibt es hierzu auch städtische Vorgaben, die einzuhalten sind. Eine clevere Aufteilung der nutzbaren Fläche – gerade auch, wenn ein Pool zum Garten gehören soll – ist daher schon bei der Planung unumgänglich.

Die beste Antwort auf den Klimawandel – so finden wir – bleibt jedoch eine fachgerecht geplante, bepflanzte und gepflegte Vegetationsfläche. Sie nimmt Wasser auf, speichert es und sorgt zugleich für ein lebendiges Gartenbild. Stein- und Schotterflächen hingegen tragen weder zur Klimaanpassung noch zur Biodiversität bei – und verschwenden wertvolle Gestaltungsmöglichkeiten.
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